
Mit Hauke
Bei 70 Grad muss alles waschbar sein, so steht es auf der Liste von Haus Möwenblick, einem Flachbau hinter dem Edeka. Um halb vier bügelt Hauke Namensetiketten in die Unterhosen seines Vaters. Der schläft endlich, draußen geht der Herbststurm über den Deich, und Hauke redet leise mit ihm.
Achtunddreißig Jahre war der Vater Maschinist auf der Fähre. Den Namen seines Sohnes weiß er nicht mehr, aber einen Palstek knüpft er in 5 Sekunden, ohne hinzugucken. Angefangen hat es mit der Fernbedienung im Kühlschrank. Bei der Begutachtung hat er so charmant geflirtet, dass ein Pflegegrad fehlte. Die Nachbarin bringt Butterkuchen, Schwester Anke schickt Leberwurst aus München. Und der Troyer, der nach Pfeife riecht, kommt mit, Wäscherei hin oder her.
Eine Folge über die letzte Nacht in einem Haus am Deich, über Knoten, die die Hände behalten, und über einen Sohn, der beim Bügeln Abschied nimmt. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme.




