
Mit Ben, Linus, Marlene und Hartmut
Drei Menschen rufen an, denen jemand ungefragt etwas in die Hand gelegt hat. Linus sitzt beim Nachtdienst an der Tankstellenkasse, Marlene, Schlosserin, hat einen Schlüssel im Briefkasten gefunden, und Hartmut, dreiundachtzig, hat in seiner Gartenlaube Untermieter bekommen.
Linus’ Stammkunde trägt immer denselben dunkelblauen Trainingsanzug, riecht nach Pfefferminz und verrät nie seine Lottozahlen. Heute schiebt er Linus den leeren Schein über den Tresen, und Linus tippt die Zahlen danach, wie viele Schokoriegel von welcher Sorte im Regal liegen. Marlenes Schlüssel hängt an einem roten Bändchen mit einem winzigen Knoten, wie ihre Schwester früher alles geflickt hat. Seit elf Jahren schweigen die beiden. In Hartmuts Geräteschublade hat eine Maus ihr Nest aus den Saattütchen seiner verstorbenen Frau gebaut. Seitdem radelt er jeden Morgen hin, noch vor dem Kaffee.
Eine Folge über Vertrauen, das man nicht bestellt hat, und über ein rosa Knäuel zwischen alten Samentütchen.




















