
Mit Arne und Merle
In einer Mietwohnung in Lissabon schreibt Juan Pujol García 1941 Berichte aus London, einer Stadt, die er nie gesehen hat. Der Spanier aus Barcelona, früher Hühnerzüchter und Hotelverwalter, wollte für die Briten spionieren und wurde in Madrid abgewiesen. Nun arbeitet er unter dem Decknamen Arabel für die deutsche Abwehr, deren Offizier Karl-Erich Kühlenthal auf einen Erfolg für Berlin hofft, und erfindet ein ganzes Netz von Agenten.
Seine Frau Araceli sucht im blauen Reiseführer einen Hafen bei Liverpool und rät, die Hafenarbeiter in Glasgow täten alles für Wein. Das britische Geld mit 20 Schilling pro Pfund bringt ihn zur Verzweiflung, die Spesen rechnet er in Peseten. Später sitzt er in einem verdunkelten Haus im Norden Londons neben Tomás Harris, Kunsthändler und Führungsoffizier, und lässt einen erfundenen Agenten sterben, samt Todesanzeige und Rente für die Witwe. In der Nacht zum 6. Juni 1944 funkt er eine dringende Meldung nach Madrid, doch dort ist niemand am Gerät.
Eine Folge über 27 Menschen, die es nicht gab, über einen Mann, der seine Erfindungen mögen muss, damit man sie ihm glaubt, und über die Frage, wie viel Wahrheit eine gute Lüge braucht.






