
Mit Kornmann, Rosi, Detlef und Jule
Detlef kommt flüsternd in den Keller und redet ab sofort nur noch über Jule. Sein Werkstattleiter hat gewettet, dass er keine Woche leise bleibt, und wer verliert, wäscht 60 Gebrauchtwagen von Hand. Ausgerechnet heute steht Kornmanns Gruselnovelle „Das Vermächtnis von Gut Krähenwinkel“ an, in 3 Nächten: Der junge Hubertus muss allein im Haus seines verstorbenen Großonkels ausharren. Hält er durch, erbt er alles. Flieht er, erben die Krähen.
Ein flüsternder Erbe kommt für den Autor nicht infrage. Also tritt Kornmann selbst ans Mikrofon, als Hubertus, kühn und von edlem Wuchs, mit 73. Rosi übernimmt das Gespenst, weil das bei den Geräuschen ohnehin ein Abwasch ist. Jule spielt die Haushälterin Frau Wehmut und hätte lieber Frau Urlaub geheißen. Detlef darf die Krähen machen, aber nur die Krähen.
Für den Kiesweg schüttet Rosi Katzenstreu in eine Backform, für das Schlosstor klappt sie ihr Bügelbrett auf, und Ketten hat sie sowieso dabei: Gespenster ohne Ketten sind wie Würstchen ohne Senf. Etwas Selbstgebautes hält sie bis zum Ernstfall unter Verschluss. Dann verbessert der Hubertus dem Gespenst die Grammatik, die Gruselmusik klingt nach der Geisterbahn vom Schützenfest, und Herr Pöhlmann will bald abschließen.
Eine Folge von „Ruhe Aufnahme“ über einen alten Lehrer, der lernen muss, weniger zu machen, über eine ganze Familie Krähen und über die Frage, wie man Angst spielt.








