
Mit Kornmann, Rosi, Detlef und Jule
Knöcheltief steht das Wasser im Keller des Gemeindehauses, seit ein Rohr geplatzt ist, und Kornmann hat die ganze Nacht umgeschrieben. Sein neues Werk heißt „Die letzte Nacht der Titanic, oder die Hybris des Menschen“: ein stolzes Schiff, eine Nacht im April 1912, ein Eisberg. Jule erinnert daran, dass damals wirklich Menschen gestorben sind, und Kornmann verspricht Würde, mit erfundenen Namen und in Gummistiefeln.
Detlef trauert um seine Wildlederschuhe aus dem Angebot und soll Kapitän Wendt spielen, der sein Schiff nicht verlässt. Ob er nicht als Letzter ins Rettungsboot darf, fragt er, er mache sich auch ganz dünn. Jule ist die Funkerin, Kornmann der Ausguck, und Rosi wird Frau von Sternberg aus der ersten Klasse. Statt Federhut bekommt sie Würde, und die steht ihr nach eigener Aussage nicht so gut.
Den Eisberg macht Rosi mit Tiefkühlerbsen an ihrer Zinkwanne, die Schiffsglocke ist eine Kuhglocke, die Dampfpfeife ein Gartenschlauch mit Trichter und das Rettungsboot ihre Wäschewanne. Dann läuft der Trolley voll. Am Mikrofon preist Detlef das unsinkbare Schiff wie einen Gebrauchten mit Prospekt, die Glocke warnt erst nach dem Eisberg, und die Bordkapelle von Jules Oma klingt verdächtig nach Aquafitness.
Eine Folge von „Ruhe Aufnahme“ über einen Untergang, der mit Würde erzählt werden will, über einen Kapitän mit nassen Socken und über Erbsen, die nach Ozean klingen sollen.








