
Mit Kornmann, Rosi, Detlef und Jule
Damit es nicht knittert, legt Kornmann sein Manuskript im Bus auf den Sitz neben sich, und dann steigt er ohne es aus. Das Fundbüro öffnet erst morgen, und der Heimleiterin bleibt nur eine Wiederholung. Da zieht Detlef zufällig einen ganzen Aktenordner hervor: „Der Mann, der hundert Autos verkaufte“, ein Heldenepos mit 213 Ausrufezeichen, einem Smiley und keinem einzigen Komma. Kommas bremsen, sagt Detlef.
Detlef ist Regisseur und Held zugleich: Dirk Brenner, der beste Verkäufer der Welt, mit denselben Anfangsbuchstaben wie er selbst. Bis Ladenschluss muss Dirk 100 Autos verkaufen, sonst ist das Autohaus pleite. Jule spielt Frau Kalt von der Bank, das Neinsagen übt sie seit Jahren am Bafög-Amt. Rosi zählt als Erna aus der Buchhaltung jedes Auto laut mit, und für Kornmann, den Autor von 13 Werken, bleibt nur Doktor Zögerlich, ein Auftritt im zweiten Akt.
Die Autotüren schlägt Rosi mit ihrer Kühlbox, die schon am Gardasee war, der Motor ist ein Handmixer, die Hupe die Fahrradhupe ihres Enkels. Für einen Achtzylinder bräuchte sie den Fleischwolf, und der steht zu Hause. Bei Ernas Zähltempo zieht sich der erste Akt, Doktor Zögerlich vertieft seine Figur mit den alten Griechen, und Jules Siegermusik klingt nach der Werbung einer Krankenkasse.
Eine Folge von „Ruhe Aufnahme“ über einen Autoverkäufer, der einmal etwas erfinden will, statt es zu verkaufen, über einen Dichter in der Nebenrolle und über eine Kühlbox, die nach Mittelklasse klingt.









