
Eigentlich hat sie nur die Gartenschere gesucht. Im Schuppen, hinten links an der Wand, steht noch das Fahrrad ihres Sohnes Jonas, der mit siebzehn verunglückt ist. Viele Jahre später schreibt ihm seine Mutter.
Der Sattel sitzt noch genau so hoch, wie er ihn eingestellt hat, der Hinterreifen ist platt, die Klingel durchgerostet. Früher hat er zweimal kurz geklingelt, wenn er in die Einfahrt bog. Das Fläschchen mit dem blauen Kettenöl, das immer überall hinkam, ist noch zu zwei Dritteln voll. Der Vater wollte das Rad einmal weggeben. Es steht immer noch da.
Ein Brief über eine Mutter, einen Schuppen, in dem sich nichts verloren hat, und ein Rad, das so stehen soll, wie ein Rad stehen soll.

























