
In der hinteren Schublade, zwischen den Garantiescheinen für Toaster und Bohrmaschine, findet ein Mann von dreiundachtzig eine Fahrkarte nach Hamburg. Ungeknickt, ohne Stempel. Er schreibt an den Jungen, der er mit zwanzig war und der an einem Sommertag auf Bahnsteig drei stand, die Tasche zwischen den Füßen und sieben Minuten Zeit.
In Hamburg warteten vielleicht ein Zimmer und eine Stelle auf der Werft, nichts Schriftliches. Der Zug stand da, die Türen waren offen, es roch nach Öl und nach Sommer. Dann kam ein ganz anderes Leben: sechsunddreißig Jahre Lager und Versand bei Hellmann, Margarete mit den nassen Schuhen an einem Karfreitag, ein Haus mit schiefem Carport, zwei Kinder.
Ein Brief über den Zug, den man nicht genommen hat, und über das ganze Leben, das stattdessen gekommen ist.

























