
Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis sie sich an die Nachttischschublade ihres verstorbenen Mannes getraut hat. Ganz hinten liegt ein Zettel von Frau Tomas, der Pflegerin, die ihn in seinen letzten Wochen versorgt hat. Nun schreibt die Witwe ihr den Brief, für den am letzten Tag in der Tür die Worte gefehlt haben.
Frau Tomas kam jeden Morgen um acht. Sie hat gewaschen, gewendet, das Kissen aufgeschüttelt und dabei immer dieselbe Melodie gesummt, leise, fast für sich, in einem Haus, das in diesen Wochen sehr still geworden war.
Ein Brief über Dankbarkeit, die spät kommt, über den kleinen Topf, in dem man plötzlich nur noch für eine Person kocht, und über ein Lied ohne Namen, das in einer Stube weiterklingt.

























