
Ein alter Mann biegt auf dem Weg zum Arzt falsch ab, vielleicht nicht ganz zufällig, und steht plötzlich vor dem Haus in der Lindenstraße, in dem er die ersten neunzehn Jahre seines Lebens gewohnt hat. Heute lebt dort eine fremde Familie. Er schreibt ihr einen Brief und wirft ihn in den Kasten, ohne zu klingeln.
Sein Vater hat das Haus nach dem Krieg gebaut, Stein für Stein. Der Vorgarten ist schön geworden, das alte Tor, das immer klemmte, ist ersetzt. Aber hinten links an der Mauer steht noch der Apfelbaum, den sein Großvater gesetzt hat, und in der Rinde ist eine Kerbe, die ein Neunjähriger mit seinem ersten Taschenmesser hineingeschnitten hat.
Ein Brief über ein Elternhaus in fremden Händen, über Bäume, die nichts vergessen, und über einen kühlen Platz im Garten, den man an heißen Tagen kennen sollte. Dazu eine Tüte Walnüsse für die Kinder.

























