
Die Übergabe ist am Freitag, ein junges Paar zieht ein, und der Vermieter will die Wände weiß. Also streicht ein geschiedener Mann die Wohnung, in der er elf Jahre mit Karin gelebt hat. Zwei Eimer, das gute Weiß, das angeblich mit einer Schicht deckt.
Hinter dem schweren Schrank im Wohnzimmer, den er allein mit dem Gurt wegrückt, kommt eine Bahn der alten Farbe zum Vorschein, so warm wie am ersten Tag: Karins Gelb, das sie an einem langen Wochenende gestrichen hat, als er bei seinem Bruder war. Er hat es damals grell genannt. Jetzt steht er mit dem Pinsel davor, und an einer Stelle auf Augenhöhe kommt das Gelb immer wieder durch.
Ein Brief über eine Ehe, die zu Ende ist, über einen Blick, der sich mit den Jahren ändert, und über eine Markise, die noch Jahre hält.

























