
Jeden Morgen schmiert ein alter Mann seinem Enkel die Brote für die Schule. Der Junge ist sieben, so alt wie er selbst damals. Das dünne Butterbrotpapier knistert genauso wie früher, und dabei denkt er an Herrn Bertram, seinen Grundschullehrer, dem er jetzt, viel zu spät, einen Brief schreibt.
Zu Hause war oft nichts da. Der Vater war fort, die Mutter putzte in drei Häusern, und am Morgen blieb für den Jungen kein Brot übrig. Herr Bertram legte ihm beim Austeilen der Hefte etwas auf den Tisch, in Papier gewickelt, manchmal Wurst, manchmal Schmalz mit Salz, einmal ein hartes Ei. Nie vor den anderen und nie mit einem Wort.
Ein Brief über eine stille Güte, die ein ganzes Leben begleitet, über vierzig Jahre im Werk, eine Tochter, die studiert hat, und eine Brotdose, die auf dem Weg zur Tür leise klappert.

























