
Offiziell ist die Fernbedienung der Chef im Wohnzimmer: Ein Druck von ihr, und ein Fernseher, zwanzigmal so groß, macht sich an die Arbeit. Ob er es wirklich tut, weiß sie nie. Sie sendet in einen Raum, den sie nicht sieht, und liest am Daumen ab, ob ihre Befehle befolgt wurden.
Malte erkennt sie an seinem Daumen: Ein ruhiger heißt, es läuft etwas Gutes, einer, der in neunzig Sekunden durch fünfundvierzig Sender jagt, heißt, Malte hat Hunger und will nicht aufstehen. Sie wohnt zur Hälfte in der Sofaritze, neben einem Haargummi, drei Münzen und einem Chip, und erzählt von ihren Vorfahren: Fernsehern, die in den Fünfzigern auf Lichtstrahlen reagierten und angeblich den Sender wechselten, sobald draußen eine Wolke weiterzog.
Eine Folge über Befehle ins Dunkle, über Licht, das Menschen nicht sehen, und über einen Abend im Herbst, an dem im Wohnzimmer plötzlich alles still wird.





















