
Eine Straßenlaterne am Mühlgraben, Ecke Kastanienweg, fünfeinhalb Meter hoch. Sie hat die beste Bühne der Stadt: einen Lichtkreis von zwölf Schritten. Sie sieht genau das, was sie anleuchtet, und wer den Kegel verlässt, hat für sie das Stück verlassen.
Jeden Abend gegen elf kommt der Mann mit dem Dackel und schaut in den Himmel, während der Dackel tut, was Dackel tun. Um zehn nach zehn stellt sich Frau Ahrens in die Mitte des Kreises und probt ihre Rolle für das Laientheater, eine Gräfin, die ihr Schloss verkaufen muss. Und immer bleibt sie nach demselben Wort stecken. Dazu erzählt die Laterne von Faltern, die sie für den Mond halten, und von Laternenanzündern mit Stiefeln und Taschenuhr.
Eine Folge über Licht und das, was es überstrahlt, über eine Premiere und über einen Freitagabend, an dem im ganzen Viertel der Strom ausfällt.





















