
Eine Wärmflasche, zwei Liter Fassungsvermögen, davon anderthalb gefüllt, denn wer sie bis zum Rand füllt, hat sie nicht verstanden. Denken kann sie nur, solange sie warm ist. Bei achtundsechzig Grad ist sie hellwach, unter dreißig döst sie weg. Von jeder Nacht bekommt sie die erste Hälfte mit.
Menschen kennt sie an den Füßen: an denen, die sie mit den Zehenspitzen prüfen wie Badewasser, an denen, die treten, und an denen von Jule. Jule ist Fahrradkurierin, kommt nach neun Stunden Gegenwind eiskalt unter die Decke und sagt jedes Mal leise: Oh Gott, ja. Die Wärmflasche erzählt von ihren Vorfahren, Bettpfannen mit glühenden Kohlen, von einer Nacht mit Bauchweh und einem Sommer als Kühlkissen, den sie komplett verschlafen hat.
Eine Folge über geliehene Wärme, über eine Wärmflasche, die eigentlich längst ausgetauscht gehört, und über einen Winterabend mit einem Karton, der knistert.





















