
Eine Wäscheklammer, zwei Holzhälften und eine Feder aus Stahl, seit vier Jahren an der Leine im Hof. Sie hat genau eine Fähigkeit: Sie hält. Ihr ganzes Gesicht besteht aus Zubeißen, und das prägt den Charakter.
Sehen kann sie nichts, aber sie erkennt jedes Stück am Zug: Ein nasses Handtuch ist Schwerarbeit, eine Socke ein Hauch, ein Bettbezug bläht sich auf wie ein Segel. Bei Badeanzügen liegt sie immer falsch. Sie gehört Frau Pahlke aus dem zweiten Stock, die samstags gegen elf aufhängt und dabei halblaut zählt. Einmal hat die Klammer ein Unterhemd an eine Böe verloren, und es kam gewaschen und gefaltet vom Nachbarn zurück. Und sie erzählt von einer entfernten Verwandten in Philadelphia, einer Wäscheklammer aus Stahl, so hoch wie ein Haus, die nichts hält.
Eine Folge über Festhalten und Loslassen und über einen Samstag im Mai, an dem ein fremdes Hemd auf der Leine hängt.





















